Häufige Fehler bei der Abrechnung von Leerstandskosten und wie Sie sie vermeiden

Häufige Fehler bei der Abrechnung von Leerstandskosten und wie Sie sie vermeiden

Als Immobilieneigentümer, der derzeit eine neue Hausverwaltung sucht, stehen Sie vor der Aufgabe, die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage transparent darzustellen und zu sichern. Besonders sensibel ist der Bereich der Leerstandskosten: Hier passieren häufig Fehler, die zu nicht unerheblichen finanziellen Nachteilen führen. In diesem ausführlichen Artikel erläutere ich die gängigsten Fehler, zeige die konkreten Konsequenzen auf und gebe praxiserprobte Handlungsempfehlungen, Fragestellungen für Auswahlgespräche mit Verwaltern sowie Musterformulierungen für Verträge und Reports. Ziel ist es, dass Sie bei der Auswahl und Kontrolle einer Hausverwaltung handfeste Instrumente an der Hand haben, um Leerstandskosten zu reduzieren und Transparenz zu schaffen.

Einführung: Warum die korrekte Behandlung von Leerstandskosten so wichtig ist

Leerstandkosten wirken oft als „unsichtbare“ Kostenquelle: Sie tauchen nicht immer direkt in der monatlichen Einnahmenübersicht auf, werden aber die Rendite Ihrer Immobilie erheblich drücken. Während Mieteinnahmen planbar sind, entstehen Kosten, sobald eine Einheit nicht vermietet ist — und zwar in vielen unterschiedlichen Bereichen (Betriebskosten, Instandsetzung, Finanzierung etc.). Werden diese Kosten falsch erfasst, verteilt oder nicht kontrolliert, fehlen Ihnen die Grundlagen für wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen wie Renovierungsinvestitionen, Mietanpassungen oder Verkauf.

In der Praxis sehen wir wiederkehrend: fehlende Trennung in der Buchführung, lückenhafte Dokumentation, fehlerhafte Zuordnung von Positionen, ineffiziente Marketingausgaben und unzureichende Versicherungsabdeckung. All diese Punkte lassen sich mit strukturiertem Vorgehen minimieren.

Was sind Leerstandskosten? Erweiterte Begriffsklärung

Leerstandskosten umfassen alle Aufwendungen, die während der Zeit einer nicht vermieteten Wohnung bzw. Gewerbeeinheit anfallen. Die folgende, ausführlichere Liste zeigt typische Posten und deren Charakter:

  • Fortlaufende Betriebskosten: Heizkosten (wenn nicht abschaltbar), Wasser/Abwasser, Müllgebühren, Gebäudereinigung, Hausmeisterleistungen, Allgemeinstrom (Treppenhaus, Außenbeleuchtung)
  • Verwaltungs- und Buchführungskosten: Zusatzaufwand durch Inserate, Besichtigungstermine, Objektbetreuung, Verwaltungseintragungen
  • Versicherungsbeiträge und Grundsteuer: Viele Policen kommen auch während des Leerstands zur Anwendung; einige Versicherer haben jedoch Leerstandsklauseln
  • Instandhaltungs- und Reparaturkosten: Maßnahmen, die vor Vermietung erforderlich sind (z. B. Malerarbeiten, Austausch von Bodenbelägen, Sanitärreparaturen)
  • Marketing- und Vermittlungskosten: Maklerprovisionen, Inseratskosten, Home-Staging, professionelle Fotos
  • Finanzierungskosten: Zinsaufwand, ggf. weiterlaufende Tilgung und Opportunitätskosten entgangener Miete
  • Risiko- und Folgekosten: Vandalismus, Wasserschäden, Schädlingsbefall, Kosten für Langzeitleerstandsanlagen wie Lüftungsgeräte

Wichtiger Hinweis: Welche dieser Kosten steuerlich abziehbar sind und wie sie buchhalterisch zu behandeln sind, hängt von der konkreten vertraglichen Situation, der Buchführungsmethode und der steuerlichen Behandlung ab. Ihr Steuerberater kann hier verbindliche Aussagen treffen.

Fehler 1: Keine klare Trennung von Leerstandskosten und laufenden Kosten

Beschreibung des Problems: In vielen Verwaltungen werden Ausgaben nicht granular genug erfasst. Betriebskosten einer leerstehenden Einheit werden pauschal auf die Hausgemeinschaft verteilt oder in allgemeinen Kostenkonten verbucht, ohne dass ersichtlich ist, welche Kosten speziell für die leerstehende Einheit angefallen sind.

Konsequenzen:

  • Verlust an Transparenz: Eigentümer wissen nicht, welche Einheit wie viel „kostet“.
  • Fehlentscheidungen: Investitionsentscheidungen (Sanierung vs. Verkauf) werden auf unvollständiger Kostenbasis getroffen.
  • Rechts- und Abrechnungsprobleme: Ungenaue Nebenkostenabrechnungen und Streitigkeiten in der Eigentümergemeinschaft.

Konkrete Maßnahmen zur Vermeidung:

  • Einführung separater Buchungskonten oder Kostenstellen für jede leerstehende Einheit (z. B. Kontenplan: Betriebskosten-Leerstand, Instandsetzung-Leerstand, Marketing-Leerstand).
  • Regelmäßige Auswertungen nach Einheit: Monatliche Kontenstände mit Gegenüberstellung Soll/Ist.
  • Vertraglich festlegen, dass alle Leistungen, die explizit auf Leerstand zurückzuführen sind, getrennt ausgewiesen werden müssen.

Praktisches Beispiel: Legen Sie im Kontenrahmen für jede Einheit Unterkonten an (z. B. 6000.101 Wohnung A – Betrieb leer, 6000.102 Wohnung B – Betrieb leer). So erkennen Sie in der Software auf einen Blick, welche Kosten wo anfallen.

Fehler 2: Fehlende oder unzureichende Dokumentation

Beschreibung des Problems: Rechnungen, Auftragsbestätigungen, Fotos vor/nach Reparaturen, Nachweise über Inserate oder Listen von Besichtigungsterminen fehlen oder sind lückenhaft abgelegt.

Konsequenzen:

  • Schwierigkeiten bei der steuerlichen Geltendmachung und bei Prüfungen durch Behörden.
  • Eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten gegenüber Dienstleistern und Maklern.
  • Geringere Nachvollziehbarkeit für Eigentümer – Vertrauensverlust und potenzielle rechtliche Auseinandersetzungen.

Vermeidung und Best Practices:

  • Digitale Dokumentenablage: Bestehen Sie auf einer Cloud-Lösung oder einem Eigentümerportal, in dem alle Rechnungen, Angebote, Fotos und Protokolle zentral abgelegt und über Suchfunktionen auffindbar sind.
  • Standardisierte Dokumentationen: Checklisten für Übergaben, Reparaturen und Besichtigungen; pflichtmäßige Foto-Dokumentation (mindestens drei Fotos: Gesamtansicht, Detailaufnahme Mängel, Nachher-Aufnahme).
  • Sicherstellen von Zugriffen für Eigentümer: Leserechte, Download-Optionen und Archivfunktionen für mindestens 5 Jahre.
  • Stichprobenkontrollen: Monatliche oder quartalsweise Prüfungen durch den Eigentümer oder einen externen Prüfer.

Technik-Tipp: Fordern Sie eine digitale Signatur für Freigaben von Reparaturaufträgen ab einem bestimmten Betrag (z. B. > 500 €), damit Entscheidungen nachvollziehbar sind.

Fehler 3: Falsche Zuordnung von Kosten (z. B. Betriebskosten vs. Leerstandskosten)

Beschreibung des Problems: Kosten werden falsch kategorisiert — z. B. werden Instandsetzungsaufwand oder einmalige Wiederherstellungskosten als laufende Betriebskosten verbucht oder umgekehrt.

Konsequenzen:

  • Fehlerhafte Jahresabrechnungen, die zu Rückforderungen oder Nachforderungen führen können.
  • Steuerliche Nachteile: Falsch zugeordnete Kosten können die steuerliche Belastung beeinflussen.
  • Verzerrte KPI-Berechnungen, wodurch Sie falsche Schlüsse über Wirtschaftlichkeit und Performance ziehen.

Vermeidung:

  • Klare Definitionen: Legen Sie gemeinsam mit Ihrer Hausverwaltung und Ihrem Steuerberater verbindliche Kriterien fest, welche Kosten als laufend und welche als einmalig (Instandsetzung / aktivierungspflichtig) gelten.
  • Musterabrechnungen: Fordern Sie Beispiel-Jahresabrechnungen inklusive Erläuterung der wichtigsten Positionen an.
  • Schulungen: Sorgen Sie dafür, dass Mitarbeiter der Verwaltung in der relevanten Buchführung und steuerlichen Behandlung geschult sind.

Beispiel-Kriterien:

  • Reparaturen zur Wiederherstellung der Vermietbarkeit (z. B. Erneuerung defekter Sanitäranlagen) sind in der Regel Instandhaltungskosten, die separat auszuweisen sind.
  • Laufende Kosten wie Wartungsverträge oder Grundversorgungsbeiträge gehören zu Betriebskosten.

Fehler 4: Unzureichendes Controlling von Marketing- und Vermittlungskosten

Beschreibung des Problems: Hohe Ausgaben für Makler, Inserate, Home-Staging oder andere Marketingaktivitäten werden ohne Erfolgskontrolle getätigt. Es fehlt eine systematische Auswertung der Maßnahmen auf Basis von Kennzahlen.

Konsequenzen:

  • Hohe Kosten ohne belegbaren Nutzen.
  • Wenig Information darüber, welche Kanäle oder Maßnahmen tatsächlich die Vermietungsdauer verkürzen.
  • Fehlender Lerneffekt: Ineffiziente Strategien werden wiederholt.

KPI-Orientiertes Vorgehen:

Definieren Sie klare Kennzahlen (KPIs), mit denen Sie die Effizienz der Maßnahmen beurteilen können. Beispiele mit Formeln:

  • Durchschnittliche Leerstandszeit (Tage): Summe aller Leerstandstage / Anzahl der leerstehenden Perioden
  • Vermietungskosten pro Einheit (€): Summe Marketing + Maklerprovisionen / Anzahl der Vermietungen
  • Conversion-Rate (%): Anzahl abgeschlossener Mietverträge / Anzahl qualifizierter Besichtigungen * 100
  • Anfragen-zu-Besichtigung-Rate (%): Anzahl Besichtigungen / Anzahl Anfragen * 100

Vermeidung und Maßnahmen:

  • Budget mit Zielvorgaben: Setzen Sie ein maximales Vermarktungsbudget pro Einheit und definieren Sie Zielkennzahlen (z. B. maximale Kosten pro Vermietung).
  • Tracken Sie Kanäle: Erfassen Sie, welche Plattform (Immobilienportale, Social Media, lokale Anzeigen) zu wie vielen Anfragen und Abschlüssen führt.
  • A/B-Tests: Testen Sie verschiedene Inseratevarianten (Preis, Fotos, Beschreibung) und messen Sie die Performance.

Praxisbeispiel: Wenn eine Vermietung im Mittel 1.200 € an Makler- und Inseratskosten verursacht und die durchschnittliche Leerstandszeit 60 Tage beträgt, können durch gezielte Optimierung der Kanäle und Reduktion der Vermittlungskosten signifikante Einsparungen erzielt werden.

Fehler 5: Fehlende Versicherung und schlechte Risikoabschirmung

Beschreibung des Problems: Leerstehende Wohnungen sind anfällig für Vandalismus, Einbruch, Wasserschäden, Schimmel und andere Risiken. Manche Versicherungsverträge schließen Leerstand aus oder erfordern eine Meldung bei längerer Nichtnutzung.

Konsequenzen:

  • Versicherungsansprüche können abgelehnt werden, wenn der Leerstand nicht gemeldet war.
  • Hohe Kosten nach Schäden, inklusive Folgeschäden durch verzögerte Entdeckung.
  • Erhöhte Gesamtkosten durch wiederholte Schadenausfälle bei fehlender Prävention.

Vermeidung:

  • Versicherungsvertrag prüfen: Lassen Sie die Bedingungen Ihrer Gebäudeversicherung prüfen, achten Sie auf Leerstandsklauseln und melden Sie Leerstand rechtzeitig.
  • Zusatzpolicen: Prüfen Sie spezielle Policen für Leerstand oder erweitern Sie bestehende Versicherungen um entsprechende Klauseln.
  • Kontrollintervalle festlegen: Regelmäßige Objektkontrollen (z. B. monatlich) und Protokollierung; bei längeren Leerständen engmaschigere Kontrollen (wöchentlich/14-täglich).
  • Technische Maßnahmen: Rauchmelder mit Fernüberwachung, Wasserstopper / Leckage-Sensoren und ferngesteuerte Lüftungsoptionen können Risiken reduzieren.

Praktischer Tipp: Vereinbaren Sie mit der Verwaltung, dass jede Leerstandsmeldung gleichzeitig eine Versicherungsprüfung auslöst und die Verwaltung die Dokumentation beim Versicherer übernimmt.

Fehler 6: Kein klares Reporting und zu seltene Kommunikation

Beschreibung des Problems: Eigentümer erhalten nur jährliche Abrechnungen oder sporadische Informationen. Für operative Entscheidungen ist das zu spät.

Konsequenzen:

  • Verspätete Steuerungsmaßnahmen (z. B. intensiveres Marketing oder Reparaturfreigaben), wodurch Leerstandszeiten verlängert werden.
  • Fehlende Transparenz und eingeschränktes Vertrauen zwischen Eigentümern und Verwalter.

Empfohlene Reporting-Frequenz und Inhalte:

  • Monatliche Kurzreports: Aktueller Leerstand (Einheiten & Tage), akute Maßnahmen, anstehende Kosten, Status von Inseraten/Besichtigungen.
  • Quartalsweise Detailreports: KPI-Übersicht (durchschnittliche Leerstandszeit, Kosten pro Vermietung), Buchungsübersicht nach Kostenarten, Fotos und Dokumentation durchgeführter Arbeiten.
  • Jahresbericht: Zusammenfassende Analyse, Verbesserungsvorschläge, Budgetplanung für das kommende Jahr.

Technik-Tipp: Ein Online-Portal mit Live-Dashboard ist sinnvoll: dort können Sie jederzeit Kennzahlen, offene Aufträge und Dokumente einsehen. Verlangen Sie dabei Exportfunktionen (CSV/PDF) für eigene Analysen.

Was Sie bei der Auswahl einer neuen Hausverwaltung konkret fragen sollten

Stellen Sie diesen Fragen unbedingt potentiellen Verwaltern — und bestehen Sie auf Antworten mit konkreten Beispielen und Nachweisen:

  1. Wie erfassen und trennen Sie Leerstandskosten in Ihrer Buchhaltung? (Fragen Sie nach Kontenplänen und Beispielen.)
  2. Welche Reporting-Frequenz bieten Sie an und welche Kennzahlen (KPIs) liefern Sie standardmäßig? (Fordern Sie ein Muster-Report an.)
  3. Wie dokumentieren Sie Reparaturen, Marketingmaßnahmen und Besichtigungen (Fotos, Checklisten)? Möchten Sie ein Beispiel-Owner-Portal zeigen?
  4. Welche Versicherungen und Sicherungsmaßnahmen schlagen Sie bei Leerstand vor? Können Sie Referenzen für Versicherungs-Partner nennen?
  5. Wie hoch sind Ihre Vermittlungs- und Marketingkosten typischerweise und wie messen Sie deren Effektivität?
  6. Können Sie Referenzen und Beispielabrechnungen vorlegen? (Echte, anonymisierte Fälle)
  7. Welche SLAs (Service Level Agreements) bieten Sie im Verwaltervertrag an, z. B. Reaktionszeiten, maximale Vermietungsdauer, Freigabegrenzen für Reparaturen?
  8. Wie gehen Sie mit Mehrkosten oder unerwarteten Ausgaben um? (Welche Freigabeprozesse gibt es?)
  9. Welche Software nutzen Sie und welche Schnittstellen zu Eigentümerportalen gibt es?
  10. Wie ist Ihr Eskalationsprozess, wenn Probleme (z. B. wiederholte Schäden) auftreten?
  11. Wie ist Ihre Honorarstruktur gestaltet — sind Kosten transparent und getrennt nach Leistungspaketen?
  12. Wie führen Sie Qualitätskontrollen und Audits bei Dienstleistern (Handwerker, Makler) durch?

Rationale: Fordern Sie nicht nur verbale Antworten, sondern konkrete Unterlagen: Musterprozesse, Login zum Demo-Portal, anonymisierte Abrechnungen, KPIs der letzten 12 Monate und Referenzen.

Praktische Checkliste: Sofort umsetzbare Maßnahmen

Diese Liste können Sie direkt nutzen, um Anforderungen in Verträgen oder in Gesprächen zu verankern:

  • Separate Kontenstruktur für leerstehende Einheiten vereinbaren.
  • Monatliches Reporting vereinbaren (Kurzreport) plus quartalsweises Detailreport.
  • Eigentümerportal mit Dokumentenablage und KPI-Dashboard fordern.
  • Vermarktungs-Budget und Zielkennzahlen pro Einheit festlegen (z. B. maximal X € pro Vermietung; Ziel: Vermietung innerhalb Y Tagen).
  • Versicherungen auf Leerstandsausschlüsse prüfen und ggf. Policen anpassen.
  • Stichprobenartige Dokumentationsprüfungen durchführen (z. B. 10 % der Rechnungen pro Quartal prüfen).
  • SLAs für Wiedervermietung in den Verwaltervertrag aufnehmen (z. B. Inserat online in 3 Werktagen; max. durchschnittliche Leerstandszeit 60 Tage).
  • Freigabegrenzen festlegen: Reparaturkosten bis Z € frei, darüber nur nach Rücksprache/Schriftfreigabe.
  • Technische Prävention: Wasser-Sensoren, Rauchmelder, regelmäßige Lüftungskontrolle vereinbaren.
  • Controlling-Meetings: Halbjährliche Review-Meetings zwischen Eigentümer und Verwalter terminieren.

Beispiel: Muster-SLA-Klauseln für den Verwaltervertrag

Diese Musterformulierungen können Sie in den Verwaltervertrag aufnehmen oder als Verhandlungsbasis nutzen:

  • Inserats- und Vermarktungsfrist: „Der Verwalter verpflichtet sich, bei gemeldetem Leerstand das Inserat innerhalb von 3 Werktagen auf mindestens drei relevanten Portalen zu schalten und mindestens 5 professionelle Fotos bereitzustellen.“
  • Besichtigungen und Kommunikation: „Der Verwalter organisiert innerhalb von 10 Werktagen nach Inseratschaltung mindestens 3 Besichtigungstermine und protokolliert Besucherzahlen und Interessenten.“
  • Zeitliche Zielvorgabe: „Das Ziel einer Neuvermietung beträgt maximal 60 Tage; Erfolgt keine Vermietung innerhalb dieses Zeitraums, wird ein Sonderbericht mit Maßnahmenplan vorgelegt.“
  • Freigrenzen für Reparaturen: „Reparaturen bis zu einem Betrag von 500 € werden vom Verwalter eigenständig beauftragt; darüber ist die schriftliche Freigabe des Eigentümers erforderlich.“
  • Kostenobergrenze Marketing: „Das jährliche Marketing-Budget pro freiwerdender Einheit beträgt max. X € ohne zusätzliche Zustimmung.“

Hinweis: Formulieren Sie SLA-Klauseln realistisch — zu enge Vorgaben können zu Problemen in der Praxis führen. Definieren Sie zudem Messmethoden und Reporting-Intervalle, damit die Einhaltung überprüfbar ist.

KPI-Set: Welche Kennzahlen sollten Sie regelmäßig sehen?

Ein aussagekräftiges KPI-Set hilft Ihnen, die Performance Ihrer Verwaltung zu beurteilen. Wichtige Kennzahlen:

  • Leerstandsquote (%): (Anzahl leerstehender Einheiten / Gesamtanzahl Einheiten) * 100
  • Durchschnittliche Leerstandszeit (Tage): Summe aller Leerstandstage / Anzahl vermieteter Einheiten
  • Vermietungskosten pro Einheit (€): Gesamtkosten Marketing + Makler / Anzahl vermieteter Einheiten
  • Conversion-Rate Besichtigung→Vertrag (%): Anzahl abgeschlossener Verträge / Anzahl Besichtigungen * 100
  • Durchschnittliche Zeit von Inserat bis Mietvertragsunterzeichnung (Tage)
  • Anfragen pro Inserat (absolute Zahl und Entwicklung)
  • Anteil der Kosten, die dem Leerstand direkt zuzuordnen sind (% der Gesamtkosten)

Regelmäßige Reports sollten die Entwicklung dieser Kennzahlen zeigen (monatlich/quartalsweise) und Abweichungen gegenüber Zielvorgaben kommentieren.

Praxisbeispiel: Rechenbeispiel für die Kosten einer 2-monatigen Leerstandsphase

Zur Veranschaulichung ein vereinfachtes Beispiel (monatliche Werte):

  • Entgangene Miete: 800 € / Monat → 2 Monate = 1.600 €
  • Betriebskosten (Anteil): 120 € / Monat → 2 Monate = 240 €
  • Versicherung / Grundsteuer (anteilig): 50 € / Monat → 2 Monate = 100 €
  • Reparatur/Malerarbeiten: einmalig 600 €
  • Marketing & Inserate: 150 €
  • Maklerprovision (falls übergeben): 900 € (einmalig)
  • Summe direkte Kosten (ohne Zinsen): 1.600 + 240 + 100 + 600 + 150 + 900 = 3.590 €

Dieses Beispiel zeigt, dass die direkten Kosten einer Leerstandsphase schnell mehrere Monatsmieten übersteigen können. Ziel ist es, Leerstandszeiten zu reduzieren und die variablen Kosten zu optimieren.

Kontrollinstrumente und Technik, die helfen

Digitale Tools und einfache technische Maßnahmen unterstützen die Verwaltung und Überwachung:

  • Eigentümerportal mit Dokumentenmanagement, Rechnungsworkflow und KPI-Dashboard
  • Automatisierte Erinnerungen für Kontrollen (z. B. nach 7, 14, 30 Tagen Leerstand)
  • Mobile Apps für Begehungsprotokolle inkl. Foto-Upload
  • IoT-Sensoren: Wasser- und Rauchmelder, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren zur Vorbeugung von Schäden
  • Schnittstellen zu Immobilienportalen für automatisiertes Posting und Tracking

Kommunikation: Wie Sie die Zusammenarbeit mit der Hausverwaltung strukturieren

Eine klare Kommunikationsstruktur reduziert Missverständnisse:

  • Regelmäßige Reporting-Termine (monatlich/vierteljährlich)
  • Feste Ansprechpartner: Benennen Sie einen Verantwortlichen in der Verwaltung und intern einen Ansprechpartner beim Eigentümer
  • Klare Eskalationswege und Reaktionszeitfenster
  • Protokollierte Entscheidungen: Jede freigegebene Maßnahme wird schriftlich dokumentiert (E-Mail/Portal)

Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen

Leerstandskosten sind kein unvermeidbares „Schwarzes Loch“, wenn Sie systematisch vorgehen. Mit diesen Schritten reduzieren Sie Risiken und Kosten:

  • Verlangen Sie getrennte Buchführung für leerstehende Einheiten.
  • Bestehen Sie auf digitaler Dokumentation und einem Eigentümerportal.
  • Definieren Sie KPIs und vereinbaren Sie regelmäßige Reports.
  • Verhandeln Sie realistische, aber verbindliche SLAs im Verwaltervertrag.
  • Prüfen Sie Versicherungsverträge und führen Sie regelmäßig Objektkontrollen durch.
  • Kontrollieren Sie Marketingausgaben anhand von Performance-Kennzahlen.

Wenn Sie diese Punkte konsequent umsetzen, gewinnen Sie Transparenz, können Risiken reduzieren und die Rendite Ihrer Immobilie nachhaltig verbessern.

Fazit

Die Abrechnung und das Management von Leerstandskosten sind komplex, jedoch beherrschbar. Häufige Fehler entstehen durch mangelnde Trennung der Kosten, unzureichende Dokumentation, falsche Zuordnung von Positionen, ineffizientes Marketing und fehlende Versicherungsabsicherung. Durch klare Prozesse, transparente Buchführung, KPI-orientiertes Controlling, digitale Dokumentation und gut formulierte SLA- und Vertragsklauseln lassen sich die meisten Risiken minimieren. Nutzen Sie die in diesem Artikel beschriebenen Fragen, Checklisten und Musterformulierungen, um bei der Auswahl einer neuen Hausverwaltung fundierte Entscheidungen zu treffen und das finanzielle Risiko von Leerständen zu begrenzen.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für verbindliche Aussagen zur korrekten steuerlichen Behandlung, zur Vertragsgestaltung oder zur Versicherungsdeckung konsultieren Sie bitte Ihren Steuerberater bzw. Rechtsanwalt und Ihren Versicherungsberater.

Autor:
Florian Schöberl.
Geschäftsführer und Inhaber
Besser Wohnen GmbH, Opelstr. 8c, 68789 St. Leon - Rot, https://besser-wohnen.de

Haben Sie Fragen oder suchen eine neue Hausverwaltung? Rufen Sie uns an und stimmen Sie einen Termin mit mir ab. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert